Ein einfaches Kompostklo für den Garten

Um auch im Garten gemütlich zur Toilette gehen zu können, lohnt sich der Bau eines einfachen Kompostklos.

Tolles Nebenprodukt: Hauseigener Dünger!

Für das „kleine Geschäft“ wird ja auch gerne mal die ein oder andere versteckte Stelle im Garten genutzt- das kann aber schnell zu einer Überdüngung des Bodens an dieser Stelle führen und ist deshalb aus ökologischen Gründen nicht zu empfehlen.

Der Selbstbau eines gut funktionierenden Klos ist ganz einfach möglich, und mein Lieblingsmodell stelle ich heute vor.

Mit “gut funktionierend” meine ich, dass anders als beim traditionellen Plumpsklo Fäkalien und Urin nicht in einen einzigen großen Tank fallen, sondern dass sie sauber voneinander getrennt werden.
Das hat den Effekt, dass anstelle einer stinkenden Brühe, die in der Kanalisation entsorgt werden muß, gleich zwei fast geruchlose und im Garten wiederverwendbare Dünger entstehen:
Zum einen der Urin, der im Verhältnis 1:10 verdünnt auf Pflanzen aufgebracht werden kann (dabei darauf achten, dass keine Medikamentenrückstände wie z.B. Antibiotika im Urin enthalten sind), und zum anderen die Fäkalien, die sich gemischt mit Einstreu nach einer gewissen Ruhezeit wieder in Erde verwandeln.

Vor einigen Jahren habe ich einen Bausatz entdeckt, der verhältnismäßig günstig ist und sich schnell und einfach verbauen lässt, und zwar das Modell Privy 501 von Separett (http://www.separett.de/torrdass-501-de).
Ich bevorzuge diesen Bausatz gegenüber dem völligen Eigenbau, da ich es als schwierig erlebt habe, die Urinanscheidung mit einfachen Mitteln gut zu gestalten.
Zwar kann z.B. ein großer  Trichter (ca. 20 cm Durchmesser) in Verbindung mit einem Eimer genutzt werden, aber es ist schwierig, den Trichter so neben dem Eimer zu platzieren, dass er stabil genug ist, nichts überläuft, tropft oder ins falsche Gefäß gerät, und dass die Gesamtkonstruktion möglichst gut zur menschlichen Anatomie passt.

Mit dem Bausatz ist das Klo in wenigen Schritten fertig. Du benötigst ein stabiles Brett, in das die Klobrille samt Unterbau hineingelassen wird.
Außerdem einen Eimer, der die Fäkalien auffängt, und einen Kanister für den Urin.
Die nötige Größe von Brett und Eimer hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab.
Als Kanister habe ich einen flachen 15- Liter- Weithalskanister gewählt, damit er auch dann, wenn er nur wenig befüllt ist, einen guten Stand hat und nicht umfällt.

Als Brett habe eine einfache OSB- Platte genutzt.

Zuerst sägst du ein passendes Loch hinein (eine Vorlage dafür findet sich auf dem Karton, in dem der Bausatz verschickt wird- ich hatte diesen leider weggeschmissen und mußte mir deshalb selber eine Vorlage aus Papier basteln), und zwar so, dass es sich an einer Stelle befindet, die später ein bequemes Sitzen ermöglicht.
Die OSB-Platte habe ich abgeschliffen und lackiert, damit keine Holzsplitter abstehen und damit sich die Oberfläche gut reinigen lässt.

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In das Loch wird der Unterbau hineingelassen und an den vorgesehenen Stellen festgeschraubt, anschließend wird die Klobrille an den dafür vorgesehenen Vorrichtungen aufgesteckt.

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Am Unterbau befindet sich eine Halterung für den Schlauch, der den Urin in den Kanister leitet.
Den Schlauch schneidest du passend auf die für dein Klo nötige Länge zurecht und drehst ihn in die Halterung hinein.

Ich mache das so, dass der Schlauch möglichst ohne Biegung vom Unterbau in den Kanister führt, damit sich der Urin nirgends staut. Im Zweifelsfall lieber den Schlauch erstmal zu lang zuschneiden, kürzen geht immer! ;-)

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Den Eimer platzierst du unter der großen Öffnung, gibst etwas Einstreu hinein und dann kann es im Grunde schon losgehen!

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Als Halterung für das Brett dienen bei uns einfache Leisten an der Wand, die zum einen ähnlich wie Tischbeine von unten das Brett stützen- zum anderen gibt es Querbalken zur Erhöhung der Stabilität. Der Phantasie sind beim Unterbau keine Grenzen gesetzt- wichtig ist nur, dass es hält. ;-)

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Für anfallendes Toilettenpapier stelle ich einen kleinen Mülleimer auf. Das Toilettenpapier verrottet sehr langsam, deshalb werfe ich es nur in Notfällen mit in den Fäkalieneimer und entsorge es hauptsächlich im Müll.
Als Einstreu nutze ich Sägespäne, da sie überschüssige Flüssigkeit binden, den Tonneninhalt gut bedecken (besser als z.B. Mulchmatieral) und damit die Handhabung auch für Gäste und ungeübte Menschen ganz einfach ist. Die Einstreu hilft bei der Verrottung und beim Eindämmen unangenehmer Gerüche.

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Wenn der Kanister voll ist, wird der Inhalt im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt (1 Teil Urin auf 10 Teile Wasser) und kann so mit der Gießkanne als Dünger aufgebracht werden. Besonders die stickstoffliebenden Pflanzen freuen sich!
Wenn der Fäkalieneimer voll ist, wird der Inhalt in eine größere Tonne (ca 200 Liter Fassungsvermögen) umgefüllt. Dazu kannst du zum Beispiel eine Regentonne nehmen. Wichtig ist ein stabiles Material, ein Deckel, der vor Regen und Ratten schützt und Löcher zur Belüftung.
Ich bohre die Löcher oben unterhalb des Randes in die Seitenwand der Tonne.

Wenn die große Tonne voll ist, lässt du sie ca. zwei Jahre lang ruhen. In dieser Zeit verwandelt sich der Inhalt  zu Erde, die du dann im Garten wieder einsetzen kannst.
Ich bringe diese fruchtbare Erde z.B. unter Gehölzen aus. Im Gemüsebeet nutze ich sie nicht, da ich nicht sicher bin, ob ohne Heißrotte mögliche im Stuhl befindliche Krankheitserreger nach dieser Zeit verschwunden sind.

Hier noch ein anderes Konstruktionsbeispiel: Ein altes Telefonbänkchen vom Sperrmüll hat eine vergrößerte Sitzfläche bekommen, in die der Bausatz eingelassen ist. Eimer und Kanister finden darunter Platz, außerdem ist genügend Stauraum für die passende Lektüre. Besonderes Gimmick: Statt Klobrille hat dieser Bausatz einen passenden Aufsatz aus Styropor. Sorgt für warmes Sitzen auch im tiefsten Winter! ;-)

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Viel Spaß!!