Essbare Wildpflanzen und anderes Grünzeux

Einen Weidenzaun stecken

Ich mag aus Weiden geflochtene “Bauwerke”:

Das verschnörkelte Flechtwerk, das viele Grün und das Eigenleben, das sich entwickelt, sei es nun ein Tunnel aus Weiden oder ein Zaun oder eine Art Spielhütte für Kinder.

Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal selber einen Zaun als Sichtschutz gesteckt.

Weidenzweige gab es günstig in den Kleinanzeigen meiner Stadt, und oft liegen sie auch am Strassenrand, wenn auf städtischem Gelände Weiden geschnitten werden.

Die Zweige, die ich benutzt habe waren ca. 3 Meter lang und sehr gerade gewachsen. Ich habe sie vor dem Benutzen in eine Regentonne gestellt, damit sie feucht und elastisch bleiben, und manche Menschen legen sie auch ganz ins Wasser oder lagern sie eingeschlagen in Folie oder Sand, damit sie nicht trocken werden und beim Verarbeiten nicht brechen.

Als Jahreszeit eignen sich  Winter und das frühe Frühjahr, wenn die Ruten noch kein Laub tragen und sich das Gehölz in der Winterruhe befindet. Wurzelbildung und Neuausstrieb funktionieren dann besonders gut.

Ich habe die Weiden allerdings erst Mitte März bekommen und Ende März gesteckt und es hat super funktioniert.

Vor dem Stecken habe ich mir ein Muster überlegt. Auf den Fotos, die ich damals gemacht habe, sind die einzelnen Schritte schwer zu erkennen, deshalb gibts das Ganze hier als Zeichnung:

Schritt 1:

Löcher in die Erde machen. Ich fand es am einfachsten mit einer Eisenstange, die ich ca. 30cm tief in die Erde gesteckt habe. Wichtig zu wissen: Weiden treiben nur oben aus, wenn sie gerade in die Erde gesteckt werden. Wenn der Zaun auch unten grün werden soll, dann die Löcher schräg machen.

WEidenzaun erster Schritt

Schritt 2:

Das Bild zeigt das Grundmuster, mit dem ich gearbeitet habe. Die drei ersten Zweige bilden das Gerüst nach oben und befinden sich in der Mitte. Die Zweige in die Löcher stecken und fest andrücken, gegebenenfalls Erde dazugeben.

Später können auch noch weitere nach oben zeigende Zweige hinzugefügt werden- für den Anfang ist es allerdings leichter, mit weniger Ruten zu arbieten, weil der Überblick über die Symetrie leicht verloren geht ;-).

 

Weidenzaun zweiter Schritt

Schritt 3:

Weitere Zweige werden in die außen liegenden Löcher steckt, immer symetrisch zur Mitte und bilden die Bögen.

An den Kreuzungspunkten habe ich die Zweige mit Bastschnur festgebunden, bis sie sich nach einigen Wochen selber in Form hielten und ich die Schnur wieder entfernen konnte.

 

Schritt 4:

Nachwachsende Triebe immer wieder einarbeiten und alles was nach oben höher wächst als gewünscht abschneiden.

In der ersten Anwachsphase oder bei Trockenheit freuen sich die Weiden über Wassergaben, dann haben sie es leichter bei der Wurzelbildung.

 

Nach ungefähr 6 Wochen sah es dann schon so aus:

Weidenzaun grün

 

Rezept des Monats März: Trauerweidenpesto

abbeißenTrauerweide- Salix alba trista

 

Zutaten für ca. 8 Gläser à 200g

- ca. 2l Trauerweidenblätter (sammeln nur bis Anfang April, danach wird’s zu zäh)
- 200gMandeln
-1/2 Knolle Knoblauch
- Saft von 1 Zitrone
- 500ml Sonnenblumenöl
- Pflanzenöl zum Bestimmen der Konsistenz (Menge nach Belieben)

zutaten

Knoblauch und Mandeln hacken.
Trauerweidenblätterwaschen und verbliebene Aststücke entfernen.
Zitronensaft und Öl dazugeben, alle Zutaten vermischen und mit dem Pürierstab zerkleinern.

Pflanzenöl dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Schmeckt super zu Nudeln und hält sich einige Tage im Kühlschrank, Einkochen klappt auch super!

fertig

Guten Appetit! :-)

Alle Rezepte aus der Reihe “Rezept des Monats” sind im Rahmen eines Wildpflanzen- Projektes entstanden und in Form eines immerwährenden Kalenders bei mir erhältlich.

Das März- Bild sieht dann so aus:

Wandkalender März

Rezept des Monats Februar: Salat aus Vogelmiere mit Stampfkartoffeln und Zwiebeln

100_1417 iVogelmiere- Stellaria media

 

Zutaten für 4 Personen:

- ca.10 mittelgroße Kartoffeln
- 4 Zwiebeln
- 4 große Hände voll Vogelmiere
- 3 EL Sonnenblumenkerne
- 3 EL Margarine
- Balsamico- Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer

Vogelmiere Zutaten

Zubereitung:

Die Kartoffeln in Salzwasser ca. 10 Minuten kochen, bis sie weich sind, dann schälen und stampfen. Dabei die Margarine dazu geben und nach Geschmack noch etwas salzen.

Die Zwiebeln in Ringe schneiden und in Öl anbraten.

Die Vogelmiere waschen und klein schneiden- geduldige Menschen können auch die Blättchen abzupfen;-).
Ein Dressing aus Öl, Essig, Salz und Pfeffer anrühren und darüber geben.

In einer ungefetteten Pfanne Sonnenblumenkerne rösten und darüber streuen.

Vogelmiere fertig

Guten Appetit!! :-)

Alle Rezepte aus der Reihe “Rezept des Monats” sind im Rahmen eines Wildpflanzen- Projektes entstanden und in Form eines immerwährenden Kalenders bei mir erhältlich.

Das Februar- Bild sieht dann so aus:

Wandkalender Februar[Grünzeux]

Rezept des Monats Januar: Tripmadam- Lasagne!

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Tripmadam- Sedum reflexum

 

Zutaten für eine Auflaufform:
- 3 große Hände voll Tripmadam (Sedum reflexum)
- Lasagne- Nudeln
- 500 Gramm Tomatensoße
- 300ml Soja- oder Hafersahne
- 2 Zwiebeln
- 2 Tomaten
- 2-3 Knoblauchzehen
- Salz, Pfeffer, italienische Kräuter
- 1 EL Olivenöl
- 1 TL Senf
- 1 TL Gemüsebrühe
- 1 EL Margarine
- Hefeflocken
- Fett für die Form

Zubereitung:
Tripmadam in etwas Wasser andünsten, bis sie weich ist. Knoblauch und Zwiebeln klein schneiden und in Öl anbraten. Tomatensoße dazu geben und würzen.
Tomaten in Scheiben schneiden.
Für die Sahnesoße: Margarine in einen Topf geben und schmelzen lassen. Sojasahne und Senf dazu geben, mit Gemüsebrühe und Pfeffer würzen.
Auflaufform fetten. Eine dünne Schicht Tomatensoße hinein geben, dann immer abwechselnd Nudeln, Tomatensoße, Tripmadam, Tomaten, Sahnesoße, Nudeln,… aufeinander schichten.

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Einen Rest der Sahnesoße übrig lassen. Erhitzen und mit dem Schneebesen Hefeflocken einrühren, bis eine dickflüssige Masse entsteht (=Hefeschmelz).
Den Schmelz auf die oberste Nudelschicht geben und die Auflaufform mit Deckel bei 180°C für ca. 30 Minuten in den Backofen stellen (die genaue Zeitangabe schwankt je nach Nudelsorte…also Packungsbeilage beachten).

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Guten Appetit!! :-)
Alle Rezepte aus der Reihe “Rezept des Monats” sind im Rahmen eines Wildpflanzen- Projektes entstanden und in Form eines immerwährenden Kalenders bei mir erhältlich.
Das Januar- Bild sieht dann so aus:

Wandkalender Januar[Grünzeux]

 

Das Beste am Herbst sind die Esskastanien!

EsskastanienUnd das zweitbeste: Obwohl ich voll spät dran war und die meisten der stacheligen Kastanienhüllen schon auf dem Boden liegen, hab ich gestern noch eine Portion zusammengesammelt, die locker 10 Mahlzeiten ergeben wird.

Zusammen mit den Eichhörnchen und bei schönstem Sonnenschein hatte ich das Gefühl, reich beschenkt zu werden. Was für eine Masse von diesen leckeren Früchten von einem einzigen Baum herunterfällt!

Spannend sind die unterschiedlichen Fruchtgrößen, leider konnte ich bisher keine Auskünfte über die gepflanzten Sorten erhalten.

Zwar gibt es eine ganze Menge Rezepte, aber am leckersten finde ich die Maronen einfach so :-). Ich ritze die Schalen kreuzförmig ein und röste die Kastanien ca.20 Minuten in der Pfanne, ohne Öl,  ich gebe nur etwas Wasser dazu, damit sie nicht so mehlig und trocken schmecken.

Dazu gabs gestern einen Rest Zucchini-Kartoffelsuppe, yummy!